Zum still stehen fehlte ihm die Zeit. Die Lieder waren es nicht, die seine Füße erzittern ließen, dafür wären sie zu langsam gewesen. Es trieb ihn, zog in ihm und auch die düstere Vorahnung, der Kaffee sei nicht ursächlich dafür, trieb schneller in sein Bewusstsein als dieses sowohl dies als auch all die anderen Geschehnisse ins Unterbewusstsein zu verbannen und vor allem dort zurückzuhalten vermochte. Der Stausee, genährt von regenreichen Perioden, drohte, trotz ausgefeiltester Gemäuer den strammen Zwang zu sprengen und in noch tiefere Schluchten herabstürzen. Es war diese Spannung, die seiner inneren Ruhe die Grundlage raubte und in uferloser Rastlosigkeit mündete, unter der er auf Schritt und Tritt litt. Seine überanstrengten Augen bildeten die Realität in ihm als inhaltsleere Umrisse ab, überließen ihm die Wahl der Farben und Konturen, er war sein Gott, ihm stand es zu, zu formen, doch fehlte ihm die Befähigung, der Horizont, nicht nur seine Sehnsüchte und Wünsche als möglich in diese Mandalas zu projizieren. So füllte er seine Umwelt, haftete jeglichen Erscheinungen des Daseins eine Erinnerung, die der von IHR geführten Hand entsprang, an. Auf dass er umgeben war von seinen innersten Verlangen, konfrontiert mit Utopien, einem Theater, dessen Bühne und Ablauf jedoch nur in ihm spielte und erheiterte. Gefangen in sich, bewegt nur in sich verlor er die Gabe, einen Weg zu entwerfen, der, wenn auch ziellos, zu einem Ziel führte. Er stand still, von außen, doch in sich nicht, oder doch?
hyperdichter - 30. Mär, 23:44
Klar ist es schwerwiegende Fehlerzuzugegebenermaßen verschwimmen meine Gedankenswerterweise unerwartet schnelllebig erscheint mir die Vergangenheitsform von wird ist wurde, doch wie kann aus Futur Imperfekt werden, ohne im Präsens verweilt zu haben sich andere diese Fragestellt und ist es nicht seltsamerweise gleiten meine Hände grifflos von Zweig zu Zweit zu langewesensZüge entgleisen eben doch laufend versuche Anschluss zu findenn mir fehlt lange die Richtige Entscheidung zu treffen.
hyperdichter - 12. Feb, 16:47
Glas zerschellt, sie stürmt weg, ich hinterher. Warum nur?
Ich drehe um, mein Blick bleibt hängen. Kneipe, Heineken. Rette mich hinein, an die Bar, bestelle Whiskey. Doppelt. Die Tür fällt ins Schloss.
Bin alleine hier, auch der Barkeeper tritt ins Nebenzimmer. Der Raum wirkt riesig, Lampen flackern bedrohlich gleichmäßig. Was ist lost? In mir alles still. Keine Antwort. Habe vergessen, was passiert ist.
Glas zerschellt...
hyperdichter - 12. Feb, 16:44
Auf meinem Bett sitzend hoffe ich und bin mir gleichzeitig sicher, dass die Anderen meine Tränen nicht sehen; doch ich habe schon vor langer Zeit gelernt, Tränen in mir unter meiner ach so dicken Haut herabfließen zu lassen, selbst in den stechendsten Situationen. Manchmal durchfährt mich dieses Messer, immer dann, wenn Illusionen und Träume erdolcht werden, fühle ich mit ihnen, sie sind ja ein Teil von mir.
Es passiert einfach nichts, das Karussell dreht sich natürlich nicht, wenn niemand dreht, wie auch jedes erzwungene Gespräch verstummt und wie Gemeinsamkeit ohne Leidenschaft keine Gemeinschaft schafft. Gemein, dass sich allzu oft der Sinn für Lächerlichkeit und Witz derart unterscheidet, dass Leute wie ich stellenweise laut brüllen, herzzerreißend heulen und todsarkastisch lachen könnten, sich aber aus unerfindlichen Beweggründen zurückhalten. Diese Zurückhaltung ist mein Schicksal, meine Verdammnis, mein Fluch und vielleicht auch mein Tod; natürlich sterbe ich nicht, wohl aber weiß ich, dass nur das forsche Herz, das wagt und stürzt schlussendlich wirklich fliegen kann.
hyperdichter - 12. Feb, 16:36
Ich bin gerannt, gestolpert, gehastet. Die Sohle meiner alten Adidas-Sneakers ist ein verschwindend kleiner Preis für all die Erfahrungen, die ich machen durfte; doch diese alten Pfade sind nun für mich leer, gerade Autobahnen ohne dritte Dimension. Mein Lid öffnet sich wieder, im Schuhladen rüttelt mich der Verkäufer, ich realisiere, entschuldige mich, verschwinde wieder. Die frischkalte Luft peitscht meine heizungstrockene Regenbogenhaut, Schnee blendet, die Pupille wird enger, der Blick schärfer. Nach unten. Sie haben schon Löcher, lösen sich bald vollends auf, neue kaufen; wenn ich mich nur entscheiden könnte...
hyperdichter - 2. Feb, 19:59
Niedergeschmettert schüttele ich meinen Kopf, als könnte ich Last davon abschütteln. Das, was meine Gedanken im nasskalten Wechselbad des Schreckens gefangen hält. Dort, wo nicht genug Wärme ist um alle Tränen zu verdunsten. Müde raffe ich mich auf, starre kaum konzentriert stur nach vorne, als wären meine Gedanken Oxoniumionen in Oxalsäure. Alles könnte leicht sein, doch ich will mein Adernetz nicht dieser Welt auferlegen wie es einst natürliche Flüsse, dann Trampelpfade und letztlich Straßen und Kabelsysteme taten, mir ist die Richtung zuwider.
31.01.2011
hyperdichter - 31. Jan, 23:15
Es ist vorbei, ein Gong ertönt und Leute stürmen. Alle. Außer mir. Wenig verwunderlich, sie haben ja noch Zeit, für mich ist es das Ende. Was mir bleibt ist ein Zettel mit zwei Zahlen. Sie sollen die Lottozahlen des Lebens sein mit steigender Chance von 10 bis 60. Doch das ist egal. Ich blicke zurück. Dusche das letzte Mal in Nostalgie, höre den Hall der letzten Note des Liedes, das jahrelang meinen Rhythmus bestimmte, dessen einzige Konstante ein oberflächlich tiefer Bass war.
Ich durfte mitspielen in diesem Konzert, neun Jahre lang, stets Sopran. Und nun herrscht Stille, in mir und hier. Für mich.
30.01.2011
hyperdichter - 30. Jan, 21:15
Perfekt, geschätzt und jetzt entsetzt?
Zuletzt zerfetzt, entgegengesetzt?
Worte erbauen, schmücken, betören,
Worte verletzen, entrücken, zerstören!
Was könnte bisweilen verheerender sein,
Als einfache Worte wie „Ja“ oder „Nein“?
Doch fernab von dieser Verständlichkeit,
Lauern Gefahren, als Neid oder Streit.
Missverständnisse machen die Waffen scharf,
Und zerbrechen von Weitem das Herz aus Glas;
Wenngleich sie doch das Ziel verfehlen
Und es allein als Spiel verstehen...
30.05.2010
hyperdichter - 27. Okt, 21:09
Alleine ramm' ich den Ellenbogen gegen die Wand,
Realität wird auch durch Drogen nicht mehr verbannt.
Wie oft schon
Nahm mir das Schicksal den Willen,
Steh nun inmitten von Stille,
Ganz ohne witternde Sine,
Von zu viel Blicken erblindet
Und nur mit zitternder Stimme
Durchdring' ich die Stille.
04.02.2010
hyperdichter - 27. Okt, 21:05
Bedrückend kleine Momente,
Die Glück entscheidend beschränken
Klingen, die schneiden in Hände
Wie Chlorgar: beißende Dämpfe,
Tosend wie peitschende Klänge
Bleiben nur Leiden am Ende.
01.01.2010
hyperdichter - 27. Okt, 21:04
Mitten in der weiten See,
Immerzu das Scheitern seh’n,
Cherubim im Engelschor,
Herz und Fleisch beschränkt enorm.
Irrend streif ich fort und fort.
Irgendwie dem Ziel entfernt,
Christus, hilf’ den Geist zu klär’n,
Hoffnung, neuer Lebensstern.
Lust auch ohne Kirchesheil,
Indes dennoch reif zum Teil.
Ehrbar jegliche Moral:
Bedacht zwar und wahr total!
Elend birgt die falsche Wahl.
Doch schlussendlich bleib’ ich ich,
In mir ruhig, verzweifel’! nicht,
Charakter, Liebe, Seelenweil’,
Horchend der Gelegenheit.
2010
hyperdichter - 27. Okt, 20:59
Von Fakten verbaut,
Informationswellenflut,
Reiz ad acta verstaut,
Feuersbrunst flaut zu Glut.
03.07.2010
hyperdichter - 27. Okt, 20:58
Wie einschneidend, prägend sind Krisen der Welt,
Eine Menge an Sichten, Ansichten an sich,
So ändern sich Werte, Ideal, was gefällt,
Wie verhalt ich mich, wie geht’s ins Gericht?!
Konflikt aus der Ordnung des Werts von Person‘
Überwiegt Freundschaft der Liebe, ist Familie die Kron‘?
Zerstört Freundschaft die Freundschaft oder Liebe die Lieb‘?
Auch Liebe tötet Freundschaft, ein ewiger Krieg!
Wo doch Liebe Zuflucht ist, Lazarett ohne Waffen,
So wandelt sie manchmal Paläste zu Schlachten.
Der innere Streit, Widerkampf ohne aus,
Was zum Schluss richtig ist, kommt am Ende erst raus.
Was das geistig‘ Gemetzel als Sieger verlässt,
Pure Moral, reiner Geist, erst erkennbar zuletzt.
Verheerend sind also voreilige Schlüsse,
Nein! Handlungen, die überlegt seien müssten.
30.06.2010
hyperdichter - 27. Okt, 20:55
Peitschend und nass
Versohlt er den Hopfen
Saurer Regen des Hass'
Zerstört Tropfen um Tropfen
Begrenzt der See,
Der es vermag,
Ihn aufzunehm'
Er bald versagt.
Bald schallt's durch jedes Radio
Wahrlich, ein Schmutzszenario
Der biolog'sche Untergang
Der mit Geburt des Mensch' begann.
14.06.2010
hyperdichter - 27. Okt, 20:52
eintönigkeit in enggefassten grenzen, hemmung', die das wagen lenken, durch schutz vom spaß wohl isoliert, passion und schönheit ruiniert, sicherheit der freiheit wegen, quetscht, zerstört wie winzer reben
2010
hyperdichter - 27. Okt, 20:49