12
Feb
2011

Zurückhaltung

Auf meinem Bett sitzend hoffe ich und bin mir gleichzeitig sicher, dass die Anderen meine Tränen nicht sehen; doch ich habe schon vor langer Zeit gelernt, Tränen in mir unter meiner ach so dicken Haut herabfließen zu lassen, selbst in den stechendsten Situationen. Manchmal durchfährt mich dieses Messer, immer dann, wenn Illusionen und Träume erdolcht werden, fühle ich mit ihnen, sie sind ja ein Teil von mir.
Es passiert einfach nichts, das Karussell dreht sich natürlich nicht, wenn niemand dreht, wie auch jedes erzwungene Gespräch verstummt und wie Gemeinsamkeit ohne Leidenschaft keine Gemeinschaft schafft. Gemein, dass sich allzu oft der Sinn für Lächerlichkeit und Witz derart unterscheidet, dass Leute wie ich stellenweise laut brüllen, herzzerreißend heulen und todsarkastisch lachen könnten, sich aber aus unerfindlichen Beweggründen zurückhalten. Diese Zurückhaltung ist mein Schicksal, meine Verdammnis, mein Fluch und vielleicht auch mein Tod; natürlich sterbe ich nicht, wohl aber weiß ich, dass nur das forsche Herz, das wagt und stürzt schlussendlich wirklich fliegen kann.
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